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10 Euro Gedenkmünzen - Änderung der Legierung

10 Euro Silbermünze

Aufbauend auf unseren Beiträgen zu den „10 Euro Silberlingen“ möchten wir den Blick zunächst in die Vergangenheit richten: Seit 2002 gibt die Bundesrepublik Deutschland 10 Euro Gedenkmünzen aus. Diese dokumentieren wichtige Themen unseres Landes und würdigen große Persönlichkeiten sowie bedeutende Ereignisse aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Sport.

Die Gedenkmünzen sind in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel und können jederzeit zum Nennwert von 10 Euro bei Banken und Sparkassen eingetauscht werden. Einschließlich der Erstausgabe 2011 verfügen alle Münzen über eine Silberlegierung. Der Materialwert der Prägungen notierte bei Ausgabe stets (deutlich) unterhalb des Nominalwertes.

Erst im Zuge des anhaltend starken Silberpreis-Anstiegs wurden die Münzen auch für Anleger interessant. Die Neuausgaben wurden in diesem Zusammenhang regelmäßig auf Bullionweb.de vorgestellt. Im 4. Quartal 2010 übersteig der Feingehalt der Silbermünzen erstmals das 10 Euro Nominal.

Aufgrund der gesetzlichen „Umtauschgarantie“ bieten die Münzen einerseits die Teilhabe an der Silberpreisentwicklung und andererseits eine „Kapitalgarantie“ bei fallenden Edelmetallnotierungen. Da dem Bundesministerium der Finanzen eine Ausgabe unterhalb des Silbergehalts aus haushaltsrechtlichen Gründen untersagt ist, wurde der Feingehalt zum Jahreswechsel 2010/11 von rund 17 Gramm auf 10 Gramm Feinsilber je Gedenkmünze reduziert. Bereits einige Monate nach Ausgabe überstieg der Edelmetallgehalt erneut die 10 Euro Marke.

Entsprechend entschloss die Bundesregierung im April 2011, vor dem Hintergrund des stark gestiegenen Silberpreises, die deutschen 10 Euro Gedenkmünzen künftig in zwei verschiedenen Legierungen auszugeben. Hierzu erklärte das Bundesministerium der Finanzen:

1. Beginnend mit der 10-Euro-Gedenkmünze „125 Jahre Automobil“ werden die Münzen in der Prägequalität „Normalprägung“, die zum Nennwert (10 Euro) in den Verkehr gebracht werden, aus einer Kupfer-Nickel-Legierung hergestellt.

2. Die Münzen in der höherwertigen Sammlerqualität „Spiegelglanz“ werden auch künftig aus Silber (625 Silber/375 Kupfer) geprägt. Diese Münzen, die zur Unterscheidung mit der Aufprägung „Silber 625“ gekennzeichnet sind, werden zu einem über dem Nennwert liegenden Preis veräußert. Dieser wird gebildet durch den Materialwert des Silbers zum Zeitpunkt der Ausgabe (Londoner Fixing) zuzüglich eines Aufschlages von 10 Euro sowie der Mehrwertsteuer. Der Mindestpreis wird 15 Euro betragen.

Aufgrund der beschlossenen Anpassungen wird der Ausgabetermin der für die 10 Euromünze „125 Jahre Automobil“ vom 05. Mai 2011 auf den 09. Juni 2011 verschoben. Bedingt durch die zur Herstellung erforderlichen Vorlaufzeiten ist zum Ausgabetermin zunächst nur die höherwertige Sammlerqualität erhältlich. Über den Ausgabezeitpunkt der Kupfer-Nickel Münze wird das BMF gesondert informieren.

Für den Silberanleger ergeben sich aus dem Beschluss nachhaltige Änderungen. Zum einen ist ein Erwerb der Normalprägung mit Silbergehalt künftig ausschließlich über den Zweitmarkt möglich, so dass bei der Beschaffung mit entsprechenden Aufpreisen zu kalkulieren ist. Zum anderen stellt die Spiegelglanzausgabe aufgrund der variablen Bepreisung bis auf weiteres keine Anlagealternative dar.

Am Zweitmarkt erscheint eine Preisentwicklung analog der alten 10 DM Gedenkprägungen wahrscheinlich. D.h. je weiter sich der Materialwert der Münze vom Nominalwert entfernt, um so stärker wird sich der Handelspreis am Schmelzwert der Silbermünze orientieren. Bei einem Silberpreis rund um das 10 Euro Nominal (925: 18,68 Euro/Unze, 625: 31,10 Euro/Unze) ist ein deutlicher Aufpreis, aufgrund der „Verlustbegrenzung“, zu erwarten.

Bei den bisher erschienen Spiegelglanzausgaben ergibt sich zusätzliches Wertsteigerungspotenzial. Aufgrund der nunmehr höheren Ausgabepreise sollten sich die Sammlerpreise mittel- bis langfristig zumindest angleichen. Zudem verfügen die älteren Prägejahre über ein höheres Feingewicht.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass die bis einschließlich 2010 ausgegebenen 10 Euro-Silbermünzen eine interessante Anlagealternativen zu modernen Bullionmünzen darstellen. Nachteilig erscheinen einzig die teils deutlichen Aufpreise für die Nominalabsicherung sowie der auf Deutschland beschränkte Bekanntheitsgrad der Münzen. „Silberbullen“ sind mit klassischen Anlagemünzen, aufgrund der höheren Partizipationsrate – bei entsprechendem Risiko, jedoch besser aufgehoben.

Unter Anlageaspekten erscheinen die neuen Normalprägungen leider völlig uninteressant. Gleiches gilt, zumindest mit Blick auf das Verhältnis von Ausgabepreis zu Materialwert, für die neuen Spiegelglanzausgaben.

Prägejahr Nominal Feingewicht Feinheit Gewicht Abmaße
2002 - 2010 10 Euro 16,65 g 925 ‰ 18,00 g Ø 32,50 mm
2011 (Liszt) 10 Euro 10,00 g 625 16,00 g Ø 32,50 mm
ab 2011 Spiegelgl. 10 Euro 10,00 g 625 16,00 g Ø 32,50 mm
 
ab 2011 Stempelgl. 10 Euro Kupfer-Nickel (ab 2. Ausgabe) Ø 32,50 mm